Nachdem ich mich in der letzten Ausgabe noch darüber beklagt habe, dass ich keinen einzigen Bären gesehen habe, muss ich diese Aussage nun vollständig zurücknehmen. Ich lebe in einem National Geographic-Artikel. David Attenboroughs Stimme schwingt im Hinterkopf. Bären, Adler, Wale, Seeotter, laichende Lachse. Ich bin umringt von Naturwundern.
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| Ein wunderschöner Fleck Alaska |
Bären
Nur wenige Tage nach meinem letzten Bericht habe ich sieben Bären auf einmal gesehen... entlang der Straße, wo die Müllhalde ist.
| Wie so vieles hier, ist auch die Müllhalde in Juneau idyllisch gelegen: Ein Fluss schlängelt sich durch eine grüne Wiese, eingerahmt von dichten Nadelwäldern – und dahinter: die Müllhalde. |
| Übrigens ist Tierfotografie auf der Müllhalde selbst verboten. |
| Denn Bären sind hier bekannt als Müll-Aficionados |
Wenig später wurde es dann persönlicher: Ein Bär hat ein Huhn quer über unsere Straße gejagt. Das Huhn hat Federn gelassen, aber überlebt. Ich habe es wochenlang nicht gesehen, aber vor ein paar Tagen tauchte es wieder auf.
Der Nachbarschaftsbär ließ sich seither öfter blicken.
| Vom Auto fotografiert: Er überquerte direkt vor uns die Straße, als Rob zur Arbeit wollte... |
| ...und versuchte sich an unseren Mülltonnen zu schaffen zu machen. Die sind zum Glück alle „bear-proof“. |
Und in einem National Geographic-Artikel lebt man eben auch leider mit solchen Schlagzeilen: „Zwei Bärenjunge erleiden tödlichen Stromschlag bei der Flucht auf einen Strommast“
Adler
Der Weißkopfseeadler ist hier so häufig wie die Taube in manchen Städten. Kein Wunder, dass er hier auch als „Freiheitstaube“ bekannt ist.
Die Adler lieben, wie sollte es anders sein, die Müllhalde. Aber auch direkt am Fluss vor unserem Haus können wir sie beobachten: wie sie Lachse fangen und verspeisen und in den Bäumen sitzen.
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| Beide Fotos wurden mit einer viel besseren Kamera als meinem iPhone von meinem Bekannten Travis gemacht. |
Wale
Was für beeindruckende Tiere! Wir haben Wale beim Spaziergang am Strand gesehen, von der Fähre aus und natürlich bei unserer Whale-Watching-Tour. Aber das eindrucksvollste Erlebnis hatten wir mit unserem eigenen Boot: Wir wurden Zeugen der sogenannten Blasennetz-Fütterung – ein spektakuläres Gruppenjagdverhalten, bei dem die Wale gemeinsam Herringe einkreisen und nach oben treiben. Ein Phänomen, das man fast ausschließlich hier in Alaska beobachten kann. Es war wie ein Feuerwerk – nur viel, viel besser.
Seeotter
Die Seeotter chillen im Wasser, liegen auf dem Rücken und lassen sich einfach treiben.
Laichende Lachse
Lachse werden im Süßwasser geboren, wandern dann ins Meer und kehren zur Fortpflanzung dorthin zurück, wo sie geschlüpft sind, oft über tausende Kilometer hinweg. Sie finden den genauen Flussabschnitt über ihren Geruchssinn und das Erdmagnetfeld wieder.
Dort graben die Weibchen flache Mulden in den Kies, legen ihre Eier hinein, die Männchen befruchten sie und dann sterben sie. Pazifische Lachse laichen nur ein einziges Mal in ihrem Leben.
| Dieses dramatische, uralte Schauspiel spielt sich direkt vor unserer Haustür ab |
Es ist fast surreal, diese Massen an Lachsen in den Flüssen zu sehen. Natürlich freuen sich auch die Bären darüber. Mit dem Eintreffen der Lachse verlagert sich der Bären-Hotspot von der Müllhalde an die Flüsse.
In der nächsten Ausgabe:
Selbst gesammelt, selbst gefangen: die Alaska Speisekarte





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